Fachklinik Münchwies Neunkirchen-Münchwies
Klinik
Region: DE Saarland
Kreis: Saar-Pfalz-Kreis (DE)
Höhe:
Entfernungen:
Klima: mildes Mittelgebirgsklima
Fax: +49 / (0) 6858 / 691-321
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Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit *Neurotische Störungen *Persönlichkeitsstörungen inklusive Borderline-Störungen *Psychosomatische Erkrankungen im engeren Sinne *Störungen des Eßverhaltens *Bulimie/Anorexie, Adipositas permagna *Funktionelle Störungen sämtlicher Organsysteme *Pathologisches Glücksspiel ("Spielsucht") *Chronische Schmerzzustände *Chronisches Streßsyndrom
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Therapeutische Ausrichtung Unsere Therapie hat einen Rahmen, der aus Elementen der Verhaltenstherapie, der klientenzentrierten Gesprächstherapie und der Bioenergetik gebildet wird. Entscheidend ist uns die Zielgerichtetheit, Transparenz und Überprüfbarkeit des Vorgehens, So fühlen wir uns zur Evaluierung unserer Behandlungsprogramme verpflichtet und führen regelmäßig Katamnesen durch. Innerhalb des vorgegebenen therapeutischen Rahmens hat sich die Nutzung einer Vielzahl therapeutischer Techniken zur Erreichung umschriebener Therapieziele bewährt. So haben neben der Bioenergetik auch die konzentrative Bewegungstherapie als körperorientierte Methode sowie imaginative Verfahren und Psychodrama Eingang in unsere Arbeit gefunden. Für das Verstehen unserer Patienten mit sog. frühen Störungen, d.h. defizitären Ich-Strukturen (Borderline, narzißtische Persönlichkeit) und für den therapeutischen Umgang mit ihnen ziehen wir tiefenpsychologische Erkenntnisse, genauer die Ergebnisse der Ich-Psychologie und Objektbeziehungstherapie (Kernberg, 1978 u. 1985; Rohde-Dachser, 1982) heran. Behandlungsprogramm In der Langzeittherapie beginnt die Behandlung auf der medizinischen Aufnahmestation. Nach Absolvierung der Aufnahmephase wird der Patient in den Wohnbereich verlegt und einer Gruppe zugeteilt, in der er die gesamte Therapiezeit verbleibt (= halboffene Gruppe). In der Kurzzeittherapie (s. dort) werden die Patienten als geschlossene Gruppe direkt in den Wohnbereich aufgenommen. Die Wohngruppe ist gleichzeitig Therapiegruppe und wird deshalb therapeutische Wohngruppe genannt: Die Patienten wohnen und leben zusammen und absolvieren wesentliche therapeutische Bausteine gemeinsam, ebenso verbringen sie einen großen Teil der Freizeit zusammen. Durch diese Art der Therapieorganisation wird eine besonders dichte therapeutische Atmosphäre erzeugt. Die Gruppe selbst wirkt als therapeutisches Mittel. Sie spiegelt dem Einzelnen sein Verhalten und konfrontiert mit Ausweichverhalten, bietet jedoch auch Rückhalt, kann ihn "auffangen". Sie wirkt den bei Abhängigen so häufigen Rückzugs- und Vermeidungstendenzen entgegen und ermöglicht das Erlernen angemessener zwischenmenschlicher Verhaltensweisen und die Aufarbeitung sozialer Defizite, insbesondere auch dadurch, daß die Gruppe in der gleichen Zusammensetzung in den handlungsorientierten Therapien, Sport- und Ergotherapie, zusammenbleibt. Oft erlebt der Abhängige erstmals in seinem Leben den Wert menschlicher Gemeinschaft bei aller Gegensätzlichkeit der Individuen und sieht dadurch für sein Leben eine Perspektive ohne Suchtmittel. Der Tagesablauf ist durch die vier therapeutischen Bausteine Gruppentherapie, Sport- und Bewegungstherapie, Ergotherapie und Patientengruppe strukturiert. Die Teilnahme am Therapieprogramm ist verpflichtend. Jeder Patient schreibt einen Tagesbericht, in dem er die für ihn wichtigen Erlebnisse, Erfahrungen und Einsichten des Tages festhält. Die einzelnen Aktivitäten sind im Wochenplan niedergelegt. Die Gruppentherapie ist Schwerpunkt der therapeutischen Arbeit, Inhalte siehe Schema "Ablauf der Therapie". Aufgabe des Gruppentherapeuten ist es u.a. sicherzustellen, daß Veränderungen auf der Ebene der Kognitionen, der Emotionen und auf der Handlungsebene stattfinden. Die Sport- und Bewegungstherapie gliedert sich in: 1.körperliches Aufbautraining mit dem Ziel der Wiedererlangung der körperlichen Leistungsfähigkeit, rhythmische Gymnastik und Wettkampfspiele, wo die Kooperationsfähigkeit in der Gruppe, Fairneß, Umgang mit Niederlagen und Frustrationen, Akzeptanz körperlicher Schwächen etc. trainiert wird. 2.Bewegungstherapie mit dem Ziel der Verbesserung der Körperwahrnehmung und des Aufbaus eines neuen Körperbewußtseins. Bei eingeschränkter Belastungsfähigkeit werden nach ärztlicher Indikation aufbauende individuelle Trainingsprogramme angeboten. Die Ergotherapie gliedert sich in: 1.Arbeiten mit Ernstcharakter, wo Belastbarkeit und Durchhaltevermögen in einer arbeitsähnlichen Situation trainiert werden, z.B. Projektarbeiten unterschiedlichster Art, Gartenarbeit, Herstellung von Gebrauchsgegenständen, überwiegend aus Holz, Instandsetzungsarbeiten im Haus. 2.Gestalterisches Arbeiten mit verschiedensten Materialien zur Förderung der Kreativität. Erlernen von einfachen Techniken, die später für sinnvolle Freizeitgestaltung genutzt werden können. Patientengruppe bedeutet Gruppenstunde ohne Therapeuten. Es wird themenzentriert gearbeitet oder laufende organisatorische und interpersonelle Schwierigkeiten besprochen. Diese Arbeit soll die Selbstverantwortlichkeit fördern und auf die spätere Arbeit in Selbsthilfegruppen vorbereiten. Integriert in den Tagesablauf werden: Arztkonsultationen und Behandlungen, physikalische Maßnahmen sowie Einzeltherapie: Bei schweren Persönlichkeitsstörungen, deren Behandlung den Gruppenrahmen der Abhängigkeitstherapie sprengen würde, werden zusätzliche Einzeltherapien, oft mit mehreren Terminen pro Woche, durchgeführt. Regelmäßige Einzelgespräche erhält jeder Patient. Indikative Therapiebausteine Einmal pro Woche wird das Wohngruppensystem durchbrochen und die Patienten nehmen je nach Störungsbild und Problemlage an indikationsgeleiteten Therapieangeboten teil. Folgende indikative Gruppen werden zur Zeit durchgeführt: 1.Indikationsbereich "Medizin und Gesundheit" -Basisinformationen zu Abhängigkeit, Folgeerkrankungen, Psychosomatik und gesundheitsbewußtem Verhalten -Schmerzgruppe -Diabetikerschulung -Raucherentwöhnung -Wirbelsäulengymnastik I (für organisch Geschädigte) -Wirbelsäulengymnastik II ( (für funktionelle Rückenbeschwerden). 2.Indikationsbereich "Erleben und Verhalten" -Entspannung nach Jakobson -Autogenes Training -Kommunikationstraining -Bioenergetische Übungsgruppe -Selbstwahrnemung (Focusing) -Selbstbehauptungstraining -Angstbewältigungstraining -Lauftherapie -Angstüberwindung vor dem Wasser mit Schwimmkurs 3.Indikaktionsbereich "Abstinenzsicherung" -Alkohol-Ablehnungstraining -Rückfallanalyse -Frauenspezifische Aspekte der Sucht (Frauengruppe) 4.Indikationsbereich "Soziale Stabilität" -Arbeitstraining -Umgang mit Behörden "Richtig bewerben" -Umgang mit Arbeitslosigkeit -Aktive Freizeitgestaltung Die indikativen Gruppen werden teilweise abteilungsübergreifend durchgeführt, d.h. gemeinsam für Patienten der Abhängigkeits- und der psychosomatischen Abteilung. Für Patientinnen/Patienten mit Eßstörungen (Bulimie, Anorexie) sowie für Spieler gibt es erweiterte, abteilungsübergreifende Sonderprogramme. Hier sind auch Vorgespräche erforderlich. (Bei Interesse Konzepte bitte gesondert anfordern). Familienseminare Mehrtägige Seminare mit Familienangehörigen oder sonstigen Bezugspersonen finden zweimal während des Behandlungszeitraums statt. Hier werden die Auswirkungen bzw. Wechselwirkungen der Abhängigkeitserkrankung auf das System Familie/Partnerschaft bearbeitet und neue Konfliklösemöglichkeiten gesucht. Nachsorge beginnt bereits in der Aufnahmephase. Die Mitarbeiter unserer Nachsorgeabteilung erarbeiten zusammen mit dem Patienten eine Bestandsaufnahme seiner sozialen Situation, planen das praktische Vorgehen und geben fachliche Hilfestellungen bei allen anstehenden Problemen. In Zusammenarbeit mit dem Gruppentherapeuten wird besonderer Wert auf die Entwicklung von Eigeninititative des Patienten gelegt. Das Arbeitsamt Neunkirchen hält einmal monatlich Sprechstunden in der Klinik ab. Wir verstehen unsere Therapie als eine intensive Phase im Rahmen einer Behandlungskette. Im letzten Therapieabschnitt wird deshalb besonderer Wert auf die Erprobung des Neugelernten in der Alltagsrealität gelegt durch therapeutische Beurlaubungen mit Kontaktaufnahme beim Arbeitgeber, evtl. Arbeitsämtern, bei der vor- und nachsorgenden Beratungsstelle und/oder Selbsthilfegruppe. Falls der Patient noch keinen Kontakt zu einer Gruppe hatte, wird er angehalten, sich noch während des stationären Aufenthalts für eine zu entscheiden und bereits Kontakt vor der Entlassung aufzunehmen. Freizeit: Das Erlernen einer befriedigenden Nutzung von Freizeit halten wir für ein wichtiges therapeutisches Ziel. Neben speziellen Freizeitgruppen werden von uns Anregungen zu Freizeitgestaltung im Rahmen der Wohngruppe gegeben. Zur Verfügung stehen: Schwimmbad, Gymnastikhalle mit Tischtennis, Kegelbahn, Bibliothek, Freiluftschach, Trimmpfad, Grillplätze, Möglichkeiten für Wanderungen in der waldreichen Umgebung. Besonderheiten der Kurzzeitbehandlung Die 8-wöchige Kurzzeittherapie ist ein Intensivprogramm, das verstärkt auf die Aktivierung von Selbsthilfepotentialen des Patienten und seines sozialen, insbesondere familiären Stützsystems setzt. Kurzzeittherapie ist deshalb besonders geeignet für Patienten, die beruflich und sozial noch weitgehend integriert sind, denen unter ambulanten Bedingungen aber eine dauerhafte Abstinenz nicht gelingt. Sie sollten fest an eine Beratungsstelle angebunden sein, mindestens aber vier vorbereitende Termine wahrgenommen haben und sich zur Inanspruchnahme von Nachsorge verpflichten. Für die Kurzzeit stehen 20 Therapieplätze zur Verfügung. Die Patienten sind in zwei Gruppen à 10 Personen zusammengefaßt, die als geschlossene Gruppen geführt werden. In der Kurzzeit werden die Patienten direkt in den Wohnbereich aufgenommen, und schon am Aufnahmetag beginnt die Therapie mit einer ersten Gruppensitzung, Informationsgesprächen mit Angehörigen und evtl. Mitarbeitern der Beratungsstelle, Klinikführung und gemeinsamem Abendessen zusammen mit dem Gruppentherapeuten. Der Patient sollte körperlich und geistig so weit belastbar sein, daß er von Anfang an am vollen Therapieprogramm teilnehmen kann, und er sollte unbedingt in entgiftetem Zustand zur Aufnahme kommen. In jedem Falle entscheidet der Arzt nach der Eingangsuntersuchung, ob evtl. eine Verlegung auf die Aufnahmestation zur medizinischen Überwachung notwendig ist. Dann hängt es vom Verlauf ab, ob noch eine Integrierung in das Kurzzeitprogramm möglich ist oder ob eine Übernahme in den Langzeitbereich erfolgen muß. Der Wochenplan in der Kurzzeittherapie unterscheidet sich von dem der Langzeit u.a. dadurch, daß mehrmals pro Woche auch am Nachmittag noch eine Gruppensitzung stattfindet, z.T. themenzentriert, und auch die Wochenenden stärker als in der Langzeit mit "Hausaufgaben" ausgefüllt sind. Dazu gehören Ausfüllen von Fragebögen, Bibliotherapie, Videofilme zur Suchtthematik und anderen Problembereichen, Erstellen einer Lebensbilanz. Falls innerhalb der 8-Wochen-Therapie wesentliche Therapieziele nicht erreicht werden, ist eine Übernahme in den Langzeitbereich mit flexibler Verlängerungsdauer nach Absprache mit dem Leistungsträger möglich. Auffangbehandlungen Auffangbehandlungen von 8-wöchiger Dauer für Patienten, die nach vorangegangener Entwöhnungsbehandlung kurzzeitig rückfällig wurden, führen wir in unserer Klinik ebenfalls durch. Inhaltliche Schwerpunkte sind: Rückfallanalyse, Arbeit an der emotionalen Krankheitsakzeptanz und Erwerb von Kompetenzen, die die künftige Abstinenz sichern helfen. Festigungsbehandlungen Festigungsbehandlungen, die nach erfolgreicher Entwöhnungsbehandlung beantragt werden können, wenn die Abstinenz gefährdet ist, werden in unserer Klinik ebenfalls durchgeführt. Meist sind es mangelhafte Anpassungsleistungen im sozialen, beruflichen oder familiären Bereich, die zur Bedrohung der Abstinenz werden und dementsprechend Behandlungsgegenstand in der Festigungsbehandlung sind.
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